Sonntag, Juli 12, 2009

Fahrradfahrversuchfail.

In Hamburg kann man jetzt auch städtische Räder mieten. Super Sache, das. Ich also schön vor ein paar Tagen angemeldet und heute nix wie hin. Und dann stehe ich da vor der Mietstation und traue mich nicht so recht loszulegen, denn es stehen Menschen davor, die es betrachten (skeptisch) und auf dem Touchscreen rumdrücken. Will ich mich nicht dazwischen drängeln.

Zumal es arg peinlich hätte werden können, mit einem souveränen „Ladys, lasst mich doch mal kurz durch“ den Kenner raushängen zu lassen, nur um dann unter den Blicken der Zuschauer nach meinem Log-In-Versuch ein „Es sind keine StadtRÄDER verfügbar“ zu ernten.



Das muss man sich nämlich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich stehe an einer Fahrradstation, will ein Fahrrad mieten und die Station sagt mir hanseatisch zurückhaltend, es wäre gerade keins verfügbar. In Berlin hätte mir der Apparat ob meines Mietversuchs vermutlich erwidert: „JUNGE MACH DIE AUGEN AUF! SIEHST DU HIER IRGENDWO EIN FAHRRAD STEHEN?“

Das wäre allerdings doppelt unhöflich gewesen, denn verunsichert habe ich nochmal nachgeschaut und siehe da:



Zugegeben: Von zwei auf null ist es nicht weit. Aber: Wäre es übertriebene Pedanterie darauf zu bestehen, nach einem schönen Tag im Zoo mit zwei Kindern wieder nach Hause zu kommen, anstatt mit keinem?

Aber gut. Der Regen hätte mich eh kalt erwischt und noch blöder als hilflos zu versuchen, ein Rad loszubekommen, ist es vermutlich, im T-Shirt bei Regen hilflos zu versuchen, das Scheißding wieder elektronisch festzuzurren und kläglich zu scheitern. Am besten noch begleitet von der Meldung an der StadtRAD-Station: „Es ist keine StadtRAD-Station verfügbar.“

Now playing: Roxette – Dressed for Success

Dienstag, Juni 30, 2009

Auf ein Wort noch, Piratenpartei (oder zwei, um genau zu sein).

Die Piratenpartei, oder deren Anhänger, bejubeln gerade einen Artikel, der sie eigentlich hätte nachdenklich machen müssen. In diesem Artikel gibt es den hübschen Abschnitt:
Bei genauem Hinsehen unterscheiden sich die Urheberrechtsauffassungen von Mark Getty und seinen Antipoden aus der Piratenbewegung also nicht kategorisch, sondern vor allem politisch: Die Unterhaltungsindustrie will intellektuelles Eigentum monopolisieren, die Piraten wollen es vergesellschaften. In beiden Modellen ist der Künstler nebensächlich.
Und genau das ist der Punkt. Der Künstler wird von der Verwertungsindustrie genau so verarscht, wie er es von der Verwendungscommunity werden würde.

Now playing: Bob Marley -Can't you see?

Sonntag, Juni 28, 2009

Nicht die Piratenpartei verkackt, sondern ihre Mitläufer.

Es gibt eine Partei, die für sich einnimmt, Internet-Chef zu sein. Gemessen an der #Failquote der etablierten Parteien ist sie das wohl auch. Aber diese Latte gehört zu den eher niedrigen, sie zu reißen ist fast sportlicher, als sie zu nehmen. Und dennoch: Die Piratenpartei schafft es.

Die Piratenpartei versucht dem Rest der Welt klar zu machen, dass ihre Inhalte richtig und vernünftig sind. Und abgesehen von den etwas (gelinde gesagt) weltfremden Ansichten in Bezug auf Urheberrechte, sind sie das auch. Die Piraten versuchen in der Regel, ihre Glaubwürdigkeit mit ihrer Internetkompetenz zu rechtfertigen – die sie im Prinzip haben.

Aber dann kommt sowas: http://www.wahlgetwitter.de/

Wahlgetwitter behauptet, „Die politische Stimmung im Netz“ widerzuspiegeln. Was es natürlich nicht tut. Es liefert stattdessen die Antwort auf die völlig zu Recht nie gestellte Frage: Wer findet eigentlich seine eigene Partei gut und die anderen doof?

Das ist so banal und kindisch, dass ich es meinen Parteimitgängern als Parteiverantwortlicher verbieten würde, diesen Mist mitzumachen. Aber, ach je, das geht ja nicht. Deshalb müssen die Piraten im Internet jetzt damit klarkommen, ständig mit der Internetkompetenz ihrer Mitglieder konfrontiert zu werden, die sich in etwa an oben erwähnter Messlatte orientiert.

„Die Wäsche muss noch gemacht werden #Piraten+ #CDU- #SPD- Grüne- #FDP- „

Viel Spaß noch im RL.

Now playing: Depeche Mode – Fools

Samstag, Juni 20, 2009

Lieber Pfirsich,

Du bist mir momentan erstens lieber als die liebe Politik und zweitens ohnehin mal erwähnenswert, denn bei Licht betrachtet wirst Du völlig unterschätzt. Als Obst jedenfalls, Deine pelzige Haut wird ja seltsamerweise noch und nöcher zitiert.

Erwischt man Dich im richtigen Moment, ist Dein Fleisch zwar fest, aber nicht so knochig wie das des Apfels. Du bist zwar etwas süßer, aber noch lange nicht so aufdringlich, wie Deine Mitbewerber, die schon mal etwas anstrengend daher kommen können.

Zugegeben: Dir fehlt es etwas an Säure, aber dafür hat der liebe Dionysos ja den Wein erfunden, in den man Dich schnippeln kann. Das mag zwar etwas prollig sein, aber lecker ist es allemal. Und wenn ich dann in der Sonne sitze und Pfirsich aus Wein löffel und dann noch ein Buch lese, das mich weiterbringt, freut, ärgert, traurig macht oder zum lachen bringt, dann ist das eine Form von Glück. Dafür danke ich.

Wollte ich nur kurz gesagt haben.

Und ich hoffe, das Proletenpack unter meinem Balkon, das sich gerade zofft als gäbe es kein Morgen mehr, stößt irgendwann beim googeln nach "Proletenpack unter meinem Balkon, das sich gerade zofft als gäbe es kein Morgen mehr" auf diesen Beitrag und geht dann leise schämend Pfirsiche kaufen. Und vielleicht sogar ein Buch.

Liebe Grüße

ramses101

Now playing: The beatles - Strawberryfields forever

Freitag, Juni 05, 2009

Liebe Piratenpartei, so wird das nichts mit uns.

Vorweg: Ich mag die Idee der Piratenpartei. Weil ich ein Freund des Aufbrechens bestehender und abgesteckter Parteistrukturen bin, durch die man sich nur noch mit Listenplätzen wühlen kann (deshalb auch mein Engagement für das neue Hamburger Wahlrecht, ich finde den Link in meinem blöden Blog gerade nicht). Ich mag auch ein paar Eurer Ideen. Nur: Ich habe Probleme damit, Euch zu wählen.

Ich habe Probleme damit, Euch zu wählen, weil mir Eure diffusen Einstellungen zum Urheberrecht gegen den Strich gehen (Software klammere ich aus meiner Kritik aus, da steck ich nicht drin). Alternativen hätten hier vielleicht Abhilfe geschaffen, aber die seid Ihr schuldig geblieben. Vage Andeutungen reichen da leider nicht. Was mir sauer aufstößt:

Kurz gesagt: Ihr habt kein Recht über das zu verfügen, was ein anderer erdacht hat, es sei denn, er überlässt es Euch - zu seinen Konditionen. Und die können gehen von "umsonst" bis "nur für geladene Gäste".

Im Prinzip gibt es das mit der CC-Licence, aber das reicht Euch nicht, es muss immer und alles sein, weil sonst die "Kultur in Gefahr" sei. Bzw: Jeder ein "Recht auf Rückführung" der Ideen in sein Portfoilio hätte. Selbst Ideen, die er nie hatte.

(Anmerkung: Die folgenden Zitate stamme alle von hier und ich habe ein bisschen gekürzt, hoffentlich nicht sinnentstellend, falls doch, bitte ich um Vergebung und setze das Herausgekürzte wieder ein. Das erste Zitat ist mir übrigens zu grundlegend, deshalb habe ich es aus dem letzten Teil der das Urheberrecht betrifft nach oben gesetzt. Danach geht es weiter in Originalabfolge)

"Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an."
Nein. Genau das tut Ihr nicht. Ihr erkennt seine Rechte in einem gewissen Umfang an. Aber eben nicht in vollem.

Aber im Einzelnen:

Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung

"Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem "geistigem Eigentum" basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht."
1. Wieso veraltet? Was ist denn das neue Verständnis von "so genanntem geistigen Eigentum"?
2. "Geistiges Eigentum" mag ungeschickt formuliert sein - die geistige Urheberschaft bleibt jedoch bestehen. Und wem gehört die Figur einer geschnitzten Figur?
3. a) wer strebt an? b) wieso steht die geistige Urheberschaft der Wissensgesellschaft entgegen? Die geistige Urheberschaft Pythagoras' an seinen Sätzen hat die Mathematik nicht behindert.

Keine Beschränkung der Kopierbarkeit

"Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung von Werken be- oder verhindern ("Kopierschutz", "DRM", usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab. "
1. Verknappen sie die Verfügbarkeit nicht nur künstlich, sondern absichtlich. Denn die Werke sind kein
2. "Freies Gut", sondern das Gut dessen, der sie erdacht hat. Ob er sie frei zugänglich machen will, liegt bei ihm - nicht beim Staat.
3. Das Gegenteil nennt man Enteignung und das IST unmoralisch, deshalb lehne ich das ab.

"Darüber hinaus behindern sie (...) berechtigte Nutzung von Werken, erschaffen eine vollkommen inakzeptable Kontrollierbarkeit und oft auch Überwachbarkeit der Nutzer und gefährden die Nutzung von Werken durch kommende Generationen, denen der Zugang zu den heutigen Abspielsystemen fehlen könnte."
1. Wer sollte denn wen für die Nutzung eines Werkes, eines Gedanken, einer Idee berechtigen? Die Partei? Der Staat? Die Gesellschaft? Alle - mit Ausnahme des Erschaffers?
2. Inakzeptabel für wen? Für den, der sich dessen bedienen will, auf das er nicht selbst gekommen ist?
3. Überwachbarkeit? Definiert bitte mal, inwiefern ich "überwacht" werde, wenn ich ein Lied nur dreimal kopieren kann.
4. Also ab jetzt besteht die Gefahr der fehlenden Kompatibilität? Das ist lachhaft. Lässt sich übrigens mit einer zentralen Speicherung umgehen,

Freies Kopieren und freie Nutzung

"(...) Wir sind der Überzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte und die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert."
1. Also kann plötzlich nicht mehr mit der reinen Weitergabe eines Werkes Geld verdient werden (denn die hätte man ja gerne umsonst), sondern nur noch mit der kommerziellen Verwertung. Das findet längst statt, nennt sich "Klingelton", ist das Gegenteil von Kunst und muss ja nicht noch unterstützt werden.
2, SIND nämlich die Interessen der Urheber erschreckend oft finanzieller Natur - die freie Verfügbarkeit dürfte diese Interessen durchaus negativ tangieren.

"In der Tat existiert eine Vielzahl von innovativen Geschäftskonzepten, welche die freie Verfügbarkeit bewusst zu ihrem Vorteil nutzen und Urheber unabhängiger von bestehenden Marktstrukturen machen können. "
1. Die Existenz "innovativer Geschäftskonzepte" bestreitet niemand. Und dass die freie Verfügung "aus Versehen" zu ihrem Vorteil genügte, behauptet auch niemand.
2. Aber dass sie den Urheber unabhängiger machen, ist noch lange kein Grund, jenem sein Urheberrecht zu nehmen.

"Daher fordern wir (...) zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar."
1. Sorry. Bei aller Liebe: Aber wo wird denn die Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur (!) begrenzt? Über die Wissenschaftsverlage könnten wir reden. Aber schonmal drüber nachgedacht, dass Wissensbildung Geld kostet? Gut, lassen wir die Unis zahlen und das Ergebnis als PDF ins Netzt setzen. Einverstanden. Aber
2. Kultur? Von mir aus: Onlinezentralbibliothek. Für die Urheber, die ihre Werke darin sehen wollen. Für alle anderen: Schutz ihres Schaffens und Respektieren dieses Willens.

Förderung der Kultur

"Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Schaffung von Werken, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu fördern. Positive Effekte der von uns geforderten Änderungen sollen im vollen Umfang genutzt werden können. Mögliche, aber nicht zu erwartende negative Nebenwirkungen müssen bei deren Auftreten nach Möglichkeit abgemindert werden."
1. Wie wollt Ihr die fördern, wenn Ihr den Urhebern ihre Rechte nehmt?
2. "Positive Effekte sollen in vollen Umfang genutzt werden" Tja. An dieser Stelle könnte kommen: Und wie?
3. "Mögliche (...) Nebenwirkungen müssen (...) nach Möglichkeit abgemindert werden" Nochmal: Und wie?

Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit

"Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an."
Ich habe es oben schon gesagt und, glaube ich, gezeigt: Genau das tut Ihr nicht. Ihr erkennt seine Rechte in einem gewissen Umfang an. Aber eben nicht in vollem. Denn "Persönlichkeits"-Recht der Urheber kommt bei Euch nicht mehr vor. Es ist aber m.E. synonym mit dem persönlichen Entscheidungsecht des Urhebers über etwas Geschaffenes. Und das nennt man Urheberrecht.

"Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht."
Wie sieht der faire Ausgleich aus?

"Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit."
1. Stimmt. Eine neu Idee ist in der Regel eine Kombination aus zwei (oder mehr) bekannten Dingen. Nur: Drauf kommen muss man schon. Beispiel: "Rapante, Rapante!" Wenn er seine Homeproduktion bei youtube reinsetzt - wunderbar. Aber darf ihm jemand die Urheberrechte streitig machen, weil er sich des Kulturgutes "Rapunzel" und der Kulturtechik "Verfremdung" bedient und beides als erster kombiniert?
2. Konsum neuer Ideen, Musik, Kultur; sich unterhalten zu lassen, das als "Rückführung" von Werken zu bezeichnen, ist schon fast zynisch.

"Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein."
1. "Fair" klingt gut. Konkreter ging es gerade nicht? Gleiches gilt für die Dauer, wie lange jemand mit seinem Werk Geld verdienen dürfen darf. Und wenn es von Fall zu Fall entschieden werden soll: Wer macht das? Der Staat? Also Ihr? So Ihr es denn bis dahin an die Macht geschafft habt, versteht sich ;-)

Now playing: Tanit Tikaram - Twist in my Sobriety

Quelle für alle Zitate: Piratenpartei

Donnerstag, Mai 28, 2009

Krisen-PR à la Depeche Mode oder how to never fucking ever do it.

Depeche Mode sind relativ auf Tour. Nach Luxemburg und Tel Aviv sollte es in Athen am 12. Mai weiter gehen, die Vorband trat auf und das war es dann. Aufgrund einer akuten Erkrankung des Sängers wurde das Konzert kurzfristig gestrichen. Blöd für alle Anwesenden, aber so was passiert.

Als nächstes wurde Istanbul gestrichen. Dann Bukarest, Sofia, Belgrad, Zagreb, Warschau, Riga und Wilna. Das nächste Konzert ist in zwei Tagen, in London. Danach geht es weiter auf einem Festival in Holland und dann ist auch schon Deutschlandauftakt in Hamburg. Am 2. Juni. Heute ist der 28. Mai und kein Mensch weiß, ob die Konzerte stattfinden. Niemand weiß, ob der Flug nach London, nach Hamburg, das gebuchte Hotel etc. für die Katz sind oder nicht.

Denn die letzte Stellungnahme ist vom, Tusch: 20. Mai.

Jetzt ist es ja nicht so, dass Depeche Mode im Netz nicht aktive wären. Wobei „aktiv“ es vielleicht nicht ganz trifft. Die Homepage: Stand 20. Mai.



Facebook: Stand 20. Mai.



Twitter: Stand 20. Mai.



Mit anderen Worten: Öffentlichkeitsarbeit findet nicht statt. Öffentlichkeit hingegen findet weiter statt und so entstehen die wildesten Gerüchte von Krebserkrankung über Rückfälle bis Bandauflösung (die im offiziellen Forum putzigerweise zum sofortigen Ausschluss führen, als wäre das der einzige Ort im Netz, an dem sich Fans austauchen könnten). Und das führt vor allem: zu Frust.


(Screenshot aus dem inoffiziellen Forum von dm.de)

Auf allen Plattformen betteln die Besucher um eine offizielle Stellungnahme: Irgendeine. Und das ist es auch, was das Management sagen müsste: Irgendetwas. Ich verstehe nicht, was hinter der Taktik „Klappe halten“ stecken könnte. Natürlich kann es sein, dass – aus welchen Gründen auch immer, mir fällt keiner ein – nichts gesagt werden darf. Aber dann muss man genau das sagen: Wir können nichts sagen.

So wie es momentan abläuft, ist das ein klassischer PR-Gau. Den Kopf in den Sand stecken und das Internet ignorieren. So funktioniert das heute nicht mehr. Setzen, 6.

Update 11.00 Uhr: Es geht doch.

Update 21.52 Uhr: Bevor das mit den Motzmails losgeht: Mir ging es nicht darum, Fan-Interessen über Band-Schicksale zu stellen, mir ging es um die Kommunikationsleistung des Managements.

Now playing: Kendall Payne – Fail

Dienstag, Mai 26, 2009

Private Page Soft.

So lautet das vernichtende Urteil über dieses Weblog auf der Quark-Homepage http://jugendschutzprogramm.de/ und straft meinen hübschen großkotzigen Parental-Button hämisch lachend Lügen. Laut Statistik kommen Leute mit den Suchbegriffen "Nuttenpuff" und "Schlachtung Porno" hier an. Herrgottnocheins was denn noch?!

Now playing: Public Enemy - Sex, Drugs and Violence

Mittwoch, Mai 13, 2009

Man* müsste ...

... viel mehr bloggen. Antizyklisch quasi. Zum Beispiel über die Mopo, die gestern das Interview mit dem Dingens von "Greenpeace Energy" direkt neben der 1/1-Anzeige von Vattenfall gedruckt hat. Oder umgekehrt über Vattenfall. Die werden tatsächlich nicht müde, in der Mopo Anzeigen zu schalten. Obwohl eigentlich jeder gemerkt haben sollte, dass bei der Mopo nicht unbedingt deren Lobbyisten am Start sind.

... langsam mal in den neuen Star-Trek-Film. Aber ich hab ja unbedingt nochmal die Vulkan-Kapitel aus Spock's World lesen wollen, um bei Fehlern auch anständig klugscheißern zu können.

... mehr Bier trinken (ceterum censeo).

*Genauer: ich.

Now playing: Depeche Mode - Something to do

Sonntag, Mai 03, 2009

Aus der Serie "Whish I dunnit"



(Aber: Nicht alles, was im Internet organisiert wird, ist ein Flashmob. Und das da oben schon mal gar nicht.)

Now playing: S.o.

Via Meetinx

Dienstag, April 28, 2009

Der schwarze Trottelmob.

Manchmal hab ich ja das Gefühl, der schwarze Trottelmob wird von den Filialisten bezahlt, die er angeblich vertreiben und fernhalten will. Das wäre jedenfalls eine Erklärung, wenn man sich mit der nächstliegenden – Dummheit – nicht zufrieden geben will. Jahr für Jahr zum 1. Mai ziehen sie durch die Schanze, stecken Autos an und sind alle total systemkritisch. Um die Schanze vor der Kommerzialisierung zu schützen.

Wobei das nicht ganz stimmt: Geschützt werden muss die Schanze natürlich nur vor den bösen Filialisten. Die sollen nicht kommen, weil die doof sind. Die kleinen Inhaber-Läden sollen aber gleichzeitig bleiben, weil die nicht doof sind. Preisfrage: Was ist der Unterschied? Richtig: Die einen haben Geld, die anderen nicht. Versicherung zahlen müssen beide. Und wo muss man mehr Versicherung zahlen als anderswo? Wieder richtig: Da, wo es heftiger zugeht als anderswo. Zum Beispiel, dem schwarzen Trottelmob sei Dank, in der Schanze.

Und so wird auch dieses Jahr wieder der Weg bereitet für die Filialisten, die die Wegbereiter nicht haben wollen: Trottelmob zündet Autos an um bösen Laden fern zu halten, Versicherung erhöht Beiträge, guter Laden kann nicht mehr zahlen und muss raus, böser Laden kommt, Trottelmob wundert sich. Und gibt der bösen Welt die Schuld.

Aber macht ihr mal.

Now playing: Depeche Mode – Told you so

Donnerstag, April 23, 2009

Die JU, die SPD, Sex am Arbeitsplatz und das dämlichste Plakat ever. Reloaded.

Sagt mal Kinder, wofür mach ich das hier eigentlich? 2006 habe ich an dieser Stelle den mangelnden Intelligenzgehalt dieses JU-Sujets aus dem vorangegangenen Wahlkampf zur Sprache gebracht:



Leider war ich damals noch der Meinung, dass sich der Denkfehler jedem denkenden Menschen eigentlich recht zügig offenbaren müsste. Das ist ganz offensichtlich nicht der Fall, denn eben bin ich auf dieses Machwerk gestoßen:



Beide Plakate wollen vermutlich total edgy sein und ein bisschen schlüpfrig und total überraschend auf die Arbeitslosenzahlen hinweisen und dass es nicht weniger werden. Dass das bestenfalls Pennälerhumor ist: geschenkt.

Das Problem dabei ist: Es schafft lediglich ein Bewusstsein für die Millionen von Menschen, die keinen Spaß beim Sex am Arbeitsplatz haben. Die können einem natürlich Leid tun, aber dafür nun auch wieder der SPD die Schuld in die Schuhe schieben?

Besonders lustig ist aber, dass das neue Plakat explizit einen SPD-Absender hat und auch die Bild-Datei mit "SPD-Wahlwerbung" betitelt ist. Kann mir bitte irgend jemand erklären, was das nun wieder soll? Sollte der Macher aus dem konservativen Lager kommen, versteh ich seine Taktik nicht. Sollte tatsächlich ein SPD-Anhänger dafür verantwortlich sein, eine JU-Idee zu nutzen, um seiner eigenen Partei ... was auch immer, ziehe ich meinen Hut vor dieser neuen Bestmarke in Sachen Dummheit. Aber vielleicht ist das ja auch besagte Taktik, die ich nicht verstanden habe.

Nachtrag: Gerade sehe ich, dass es da unten links einen Absender gibt. Kann den jemand entziffern?

Now playing: Kate Havnevik - You again

Neues Plakat via talkingblog

Dienstag, April 21, 2009

Ein Herz für Blogs!

Da muss ich lesen, die deutsche Bloglandschaft stecke in der Depression. Das ist natürlich Quatsch, die twittern gerade nur alle. Und daran, dass die Blogrolle nicht mehr das ist, was sie mal war, sind wohl eher die RSS-Feeds schuld. Aber egal, Dienst ist Dienst:


Ich empfehle ganz entschieden den Heimwerkerkönig Schwarzsicht. Das Tourette-Quintett, auch wenn die Herrschaften mal langsam in die Gänge kommen könnten. Und Social Psycho, eigentlich mehr Projekt als Blog. Meine Blogroll sei natürlich eh jedem ans Herz gelegt. Ceterum censo: Es ist ein Jammer, dass Frau Kein Einzelfall nicht mehr bloggt.

Now playing: Esben Eyermann - Spread the word

Mittwoch, April 15, 2009

"Das Land des Bieres"

Was kann das sein? Bitte raten Sie jetzt. Fertig? Von wegen. Aber sehen würde ich "Beerwars" schon gerne.

Now playing: People like us - Bier Bier Bier Downtown

Via Stephen Fry's Getwitter

Hellseher mit Schwarzem Gürtel in Copywriting.

Gute Nachricht für alle Pechvögel: Da der große Hellseher Professor Bilal nach eigener Aussage nur medium kompetent ist, besteht immerhin eine gewisse Chance, dass er beim bedauernslosen Lösen von Liebe, Gesundheit und Arbeit, bei getürktem Glücksspiel, bei Freiheitsberaubung und bei Schutzgelderpressung nur mäßig erfolgreich sein wird. Euer Geld seid Ihr natürlich trotzdem los, aber das gehört sich auch so.



Now playing: Paulsrekorder - Captain Future

Mittwoch, April 08, 2009

Auweia.

Bayern München lässt sich vorführen. Von Wolfsburg, ok, aber von Barcelona? Gegen die haben sie doch noch nie verloren. So geht das nicht weiter, Klinsmanns Tage dürften gezählt sein. Aber wer wird Nachfolger? Magath zu fragen wird sich Hoeneß nicht trauen, das ist mal sicher. Mein Tipp: Hartmut Mehdorn. Der ist jedenfalls gerade frei.

Now playing: The Choice - Laughing as I pray

Donnerstag, April 02, 2009

Dies ist kein Blogeintrag.

Aber es ist auch kein Tweet. Gibt es was dazwischen? Wenn nicht, dann jetzt. Dies ist ein Bleet (phonetik, anyone?) (eat this, re:publica 10):

Bisherige Generationen haben sich durch neues Kommunikationszeug (Schrift, Buchdruck, Telefon, Fernsehen, Internet, Stuff) immer bedroht gefühlt. Das war nicht schlecht oder gut, das war einfach so und es hat Kritiker hervorgebracht. Kritiker sind allerdings immer gut. In Zukunft wird sich die Kommunikation zu schnell ändern, als dass sich Kritiker formieren könnten - wenn sie fertig sind, gibt es längst was Neues. Kritik wird also mehr und mehr verhallen, weil auch die Kritiker nicht mehr kritisch sind. Das wird schlecht sein, sag ich mal so in den Raum.

PS: Doch kein Bleet, viel zu lang. Einfach nur ein Blogeintrag.

Now playing: Depeche Mode - It's no good*

*ich weiß, ich weiß

Mittwoch, April 01, 2009

Schock beim Schlachten: Alles voller Blut und Gedärme und dann ist auch noch das Tier gestorben!

Sarah Wiener zeigt Kindern, wo das Essen herkommt. Und schon ist die Leserbriefseite der Mopo voll von entsetzten Leserbriefschreibern, die ihren Job erledigen und entsetzte Leserbriefe schreiben. Kann ich verstehen: Ist ja auch blöd, wenn die Blagen plötzlich fragen, ob die Frikadelle früher Klopfer hieß.

Mir war so klar, dass nach dem Artikel gleich wieder über Gebührenverschwendung gepoltert würde, ich hätte drauf wetten sollen. Herr wirf Hirn, gerne auch vom toten Tier.

Now playing: Stereo Total - Do the Bambi

Mittwoch, März 25, 2009

Wieder kein Einkaufsbummel.

Karstadt an der Osterstraße war immer praktisch. Gut erreichbar und mit ordentlich ausgestatteter Gartenabteilung. Jedenfalls die Basics, die man so braucht, Drahtzeug, Terrakottazeug und so. Blöderweise war das alles weg, als ich letztens da war und stattdessen Spielzeug kaufen sollte. Man hat sich nämlich entschlossen, jugendliche Ladendiebe einfach zu bekämpfen, indem man dem Diebstahl den Kick nimmt und die Spielzeugabteilung gleich an die U-Bahn verlegt. Taktisch klug, muss man auch mal zugeben können.



Npw playing: Del Shannon - Runaway

Dienstag, März 17, 2009

Kein Einkaufsbummel.

"Guten Tag. Ich hätte gernen einen schwarzen Rolli, ne alberne Brille und Schuhe, für die ich einfach zu alt bin. Gerne auch in bunt."



Now playing: Roxette - Dressed for success

Donnerstag, März 12, 2009

Guns don't kill people, bullets kill people.

Ich sehe sie vor mir. All die gerunzelten Stirnen und verantwortungsvoll aussehend wollenden Gesichter derer, die wieder nicht begreifen können, wie so etwas passieren konnte. Also nicht der Amoklauf, sondern der Amoklauf mit eigentlich guten Waffen.

Nach Erfurt wurden Pumpguns verboten. Ein guter Tag für die Gegner des privaten Waffenbesitzes und ein guter Tag für gestern - niemand wurde von einer Pumpgun erschossen. Verzeihung: mit einer Pumpgun, denn guns don't kill. Das Argument, auch Messer, Alkohol und sonstiges gefährliches Zeug müsste dann verboten werden, ist überflüssig. Denn vieles von dem, was potentiell tödlich ist, ist verboten. Alkohol am Steuer zum Beispiel. Butterflymesser zum Beispiel (wobei lokale Verbote wie auf dem Kiez natürlich großer Schwachsinn sind). Oder Zyankali zum Beispiel.

Braucht man aber alles. Nicht jeder und nicht immer, aber man braucht hier und da mal Messer zum Schnippeln, ohne Alkohol kein Wein und mit Zyankali können Chemiker sicherlich wichtige Dinge anstellen.

Was also, wenn jemand mit Zyankali unbedingt einen Giftmord durchführen will? Er wird sich nicht daran hindern lassen. Aber er wird es sich schon illegal besorgen müssen - nicht aus der Hausapotheke. Welcher Schulamokläufer hat aber jemals Waffen auf dem Schwarzmarkt besorgen müssen? Ernst gemeinte Frage.

Ob es ein vernünftiges Argument dafür gibt, dass Sportschützen ihre Waffen zuhause und nicht adäquat im Safe eines Clubs aufbewahren müssen, weiß ich nicht, gehört hab ich noch keins, denn das ist normalerweise die Stelle, an der sich die Befürworter für Guns@Home ihrem letzten argumentativen Zipfel zuwenden: Dem Jäger.

Dem kann ich nur entgegnen: Von mir aus. Ein Jäger sollte seine Jagdwaffe zuhause haben dürfen. Genau wie ein Polizist seine Waffe zuhause haben darf. Lässt sich ausschließen, dass diese Waffen missbraucht werden? Natürlich nicht. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um Minimierung.

(PS: Tippfehler bitte ich zu entschuldigen, die neue Netbooktastatur ist doch etwas gewöhnungsbedürftig)

Dienstag, März 10, 2009

Konjunkturpaket III

Bringt locker mehr als alle bisherigen Pakete, ist allerdings eher begrenzt, was die Empfänger, genauer den Empfänger, genauer die Empfängerin angeht, nämlich Berlin.

Was muss ich da wieder lesen? Coming soon: Das freundliche Berlin. Das "Coming soon": Geschenkt. Aber warum investiert Ihr Millionen in das Bild des freundlichen Berlins, wenn Ihr erkannt habt, dass Berliner zwar freundlich sind, aber nicht so wahrgenommen werden wollen?

Vielleicht weil das "wollen" mehrdeutig ist: Wollen im Sinne von "Wollen wir vom Stadtmarketing" und "Wollen wir als Berlintouristen". Als Tourist will man den stänkernden Hauptstädter. Wenn ich im Bus oder im Taxi ein "Grüßgott" hören will, dann hol ich mir das in Bayern ab.

Hier das versprochene Konjunkturpaket: Investiert die Millionen lieber in eine vernünftige Currywurstbude (Das Vorbild gibts in Hamburg). Von Stadtmarketing versteht Ihr nix.

Now playing: (Ich komm nicht auf den Namen) - Berlin, Berlin (bei Nacht gibts keine Mauer)

Mittwoch, März 04, 2009

Sofa mit Geheimfach.

Ich bin mir nicht sicher, was ich besser finde: Zweimal das gleiche Bild eines Sofas zu zeigen oder die an Satire grenzende Fehlplatzierung der Abstellfläche daran:



Now playing: Depeche Mode - Wrong

Mittwoch, Februar 25, 2009

"Exklusiv" à la Hamburger Abendblatt.

Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass dem Blindtext-Blog exklusiv die Homepage des Hamburger Abendblatts vorliegt, dem wiederum ebenso exklusiv ein Weblog vorliegt.

Zur Erinnerung: Weblogs sind diese Internet-Dinger, bei denen man was ins Internet schreiben kann, was dann von den etwa 1,2 Milliarden Internetnutzern gelesen werden kann. Sternstunden des Journalismus und ich bin dabei. Zeit, ein Tränchen der Rührung zu vergießen.

Now playing: The Royalties - Oh please

Mittwoch, Februar 18, 2009

Drama-King.

Worauf ich bisher immer guten Gewissens mit „Nein, kenn ich nicht“ antworten konnte:

Kennen Sie das? Sie fotografieren etwas und auf dem Foto ist plötzlich irgend etwas unheimlich anders, so ungefähr wie in den Schauergeschichten vergangener Zeiten, in denen der Hausherr die Familie im Salon der Familienvilla zusammenkommen ließ, alle im Sonntagskleid respektive -anzug, um für ein Foto zu posieren, das dafür gedacht war, die Familienidylle oder was man damals für Idylle gehalten hat, für die Nachwelt festzuhalten, wohl wissend oder wenigstens ahnend, dass die Welt schon sehr bald, wenn nämlich der Krieg zu Ende ginge in dem der Älteste sich gerade vor Verdun beim Vaterland um Ruhm und Ehre bewarb, eine andere sein würde und welches dann nach dem Entwickeln den seltsam durchsichtigen Umriss einer Person neben den anwesenden Familienmitgliedern erkennen ließ, der dem an der Front weilenden Sohn beängstigend ähnlich sah von dem man just am nächsten Tag erfuhr, dass er am Tag des Fototermins in einem feuchten Schützengraben von einer verirrten Kugel getötet worden war?

Ab jetzt kann meine Antwort darauf eigentlich nur noch lauten „Jajaja genau, genau, kenn, ich, jedenfalls so ähnlich!“ Ich bin nämlich meiner Steuerkarte ein bisschen verlustig geworden und musste deshalb ins Einwohnermeldeamt Eimsbüttel. Da gibt es einen Paternoster und bevor man auf der Fahrt nach unten das Erdgeschoss erreicht, wird man ermahnt, dort doch bitte auch auszusteigen, eine Weiterfahrt wäre ungesund. Die genaue Wortwahl lautete: Weiterfahrt lebensgefährlich.

Jedenfalls meine ich, das gelesen zu haben. Angesichts der Tatsachen, dass man zwar einen Paternoster nicht ohne weiteres stoppen kann, das Zeitfenster zum Ausstieg recht begrenzt ist, es sich bei Licht betrachtet aber doch nur um einen verschissenen Fahrstuhl handelt, kam mir die drohende Lebensgefahr irgendwie unverhältnismäßig vor und ich wollte von dem Warnschild ein Foto machen. Das hätte dann einen schmissigen Untertitel bekommen à la „Genau die Ansage, die man an einem Montagmorgen lesen will.“ Jetzt zeigt das Foto aber dummerweise nicht das, was ich gelesen habe, sondern:



Gut, ich war ob der drohenden Gefahr für Leib und Leben etwas in Eile obwohl ich locker noch Sekunden zum Fokussieren und Blitz Einschalten gehabt hätte. Aber hätte mir das mein gefühltes Motiv gebracht? Schauen wir mal genau hin. Da steht: ngefährlich. Und alles, was gestalterisch und orthografisch davor passt, ist ein „u“. Vielleicht war der Montagmorgen also wieder nur halb so dramatisch, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Now playing: Heinz Hülshoff – Et is noch immer joot jejange

Dienstag, Februar 10, 2009

Kommerz vs. Kommerz - 1:0

In der Mönckebergstraße gab es mal eine Lesehalle. Die war beherbergt in einem ziemlich schmucken Gebäude. Aber wie es so ist mit Kultur in Toplage: Irgendwann wird es zu teuer und die Kultur muss weichen. In diesem Fall ausgerechnet dem Gegenteil von Kultur, nämlich einem Bulettenbräter:



Jetzt, endlich, endlich, soll das wieder halbwegs rückgängig gemacht werden. BK muss gehen und stattdessen kommt ein "Kulturzentrum": Oben finden Lesungen und Ähnliches statt, unten hält ein "Kaffeehaus" Einzug. So weit, so gut. Blöderweise handelt es sich bei dem "Kaffeehaus" um kein Kaffeehaus, sondern um Starbucks. Und was die mit Kultur zu tun haben, muss mir mal jemand erklären.

Das soll allerdings nicht heißen, dass ich mich jetzt mit Transparent und linksromantischem Beißreflex davor stelle und 80er-Jahre-Spontisprüche skandiere. Aber komisch finden darf man das ja wohl. Mehr zum Thema Kulturkapitalismus entnehmen Sie bitte dem erfrischend unverbitterten Buch Das Kultbuch - Glanz und Elend der Kommerzkultur von Robert Misik.

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